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Eine historische Perspektive

Von David Casey

Wenn wir uns die Welt anschauen, haben die meisten die Tendenz unbewusst anzunehmen, dass es „schon immer so war.“ Dabei reicht schon ein recht oberflächlicher Blick auf die Vergangenheit und es wird klar, dass was wir für normal halten vollkommen abnormal ist. Die Auswirkungen sind atemberaubend.

Also was macht die Zeit in der wir leben so anders?

Die meisten Menschen sind sich darüber nicht im Klaren, aber vor 1800 (vor nur etwa 200 Jahren) zählte die Weltbevölkerung nie mehr als 1 Milliarde. Zwischen 1800 und 1900 kamen 1.5 Milliarden hinzu, was die Weltbevölkerung auf ungefähr 2,5 Milliarden im Jahr 1900 bringt. Heute, nur 100 Jahre später, sind wir bei etwa 7,5 Milliarden. In den letzten 100 Jahren kamen also 5 Milliarden Menschen hinzu.

Lasst uns das nochmal anders formulieren. Für 99% der menschlichen Geschichte hatte die Erde niemals eine menschliche Population von über 1 Milliarde Menschen. Alleine in den letzten 200 Jahren ist die menschliche Population von 1 Milliarde auf 7,5 Milliarden explodiert.

Dies sollte uns absolut die Köpfe wegblasen.

Nun müssen wir fragen: wie ist das möglich? Die Antwort ist klar. Wir entdeckten fossile Energie.

Credit: Gail Tverberg at www.ourfiniteworld.com

 

Dieses beispiellose und außergewöhnliche Wachstum erlaubte viele technologische Wunderwerke und ermöglichte die Gesellschaft, in der wir heute leben. Aber es richtet eine undenkbare Zerstörung an unserem Planeten an. Und es wird nicht, aus einer historischen Perspektive, lange andauern. Schaut euch einige der Resultate dieses unfassbaren Wachstums an:

Wir leben in dem, was Wissenschaftler das 6ste Massenaussterben nennen. Der Unterschied zwischen diesem Massensterben und den vergangenen 5 ist, dass dieses heutige direkt durch den menschlichen Einfluss auf den Planeten, durch unsere unglaublichen Wachstumsraten verursacht wird.

Die Hälfte aller Spezies sind vom Aussterben bedroht, primär durch industrielle Aktivitäten. Wenn nichts dagegen getan wird, wird die Hälfte aller Arten bis zum Ende des Jahrhunderts verschwunden sein, einschließlich 1 von 4 Säugetieren, 1 von 8 Vogelarten, und 1 von 3 Amphibien.

Die Schätzungen variieren; manche sagen, wir könnten 50% aller heute noch lebendigen Arten verlieren, andere sagen, es könnte bis zu 90% aller heute noch lebenden Arten treffen. Alles in den nächsten 75 Jahren oder so. Eine menschliche Lebensspanne.

Arten und Biodiversität befinden sich insbesondere seit den frühen 1960ern auf dem Sturzflug. Und dies trotz des erheblichen Wachstums ausgewiesener geschützter Habitate, die mit über 100.000 sogenannten Schutzgebieten etwa 18 Millionen km² Land und etwa 2,5 Millionen km² Ozean umfassen.

Dieser Artikel http://www.huffingtonpost.com/2011/07/30/richness-of-life-on-earth_n_913958.html

zeigt die vielen Gründe, warum diese Maßnahmen ungenügend waren um das stetige Verschwinden der Geschöpfe der Erde zu verhindern. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, die einzig wirkliche Lösung sei eine „re-strukturierung der Weltsichten, um sie in Linie zu bringen mit einer Welt, die aus endlichen Ressourcen besteht.“

Wie ich am Anfang geschrieben habe, sind die Auswirkungen atemberaubend. Um zu sehen, wo all dies hinführt, müssen wir den Fakt berücksichtigen, dass wir in die Falle gegangen sind zu denken, wir könnten unsere Population exponentiell vermehren und unsere Ressourcen zunehmend konsumieren.

Aber was jetzt übrig ist nicht genug um die nächste Generation zu erhalten. Ein dramatischer Kollaps der Population wird stattfinden.

Es ist kein Zufall, dass wir etwa zu selben Zeit all die einfachen und leicht zugänglichen konventionellen fossilen Treibstoffe extrahiert haben (welche ihr globales Fördermaximum 2005 erreicht hatten). Wir sehen den Kollaps dessen „wie die Dinge sind“ und werden in der nahen Zukunft einen drastisch anderen Lebensstil haben – einen der begründeter weise auf deutlich weniger Energieverbrauch basiert.

Ein Freund von mir auf Facebook, Eric Walton, drückt es perfekt aus, wenn er sagt:

„Alles Leben mit Überschuss an Ressourcen und ohne natürliche Feinde vermehrt sich exponentiell. Menschen befinden sich seit der industriellen Revolution (Ausbeutung fossiler Energie) in dieser Falle. Wenn irgend eine Lebensform dies tut (Bakterien in Petrischalen oder invasive Spezies), und sie soweit gewachsen sind, um die Hälfte ihrer Ressourcen aufzubrauchen, ist das, was übrig ist nicht genug, um die gesamte nächste Generation zu unterhalten. Ein dramatischer Kollaps der Population tritt schnell auf. Peak Oil ist der Kollaps unserer Population.“

 

Original erschienen auf dem Blog
http://articulatingthefuture.weebly.com/home/historical-perspective

Übersetzung: Boris Forkel

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